Der „Dreispitz“ von den Kaffeemachern: Ein moderner Klassiker aus drei Welten
von Sascha
Der „Dreispitz“ ist die Antwort der Kaffeemacher auf die Suche nach dem perfekt ausgewogenen Espresso – ein Klassiker, aber modern interpretiert. Gewidmet ist dieser Blend dem wuseligen, kreativen Dreispitz-Quartier am Stadtrand von Basel, wo die Kaffeemacher 2016 mit dem Rösten begannen.
Herkunft und Anbau: Ein harmonischer Drittel-Blend
Der Name ist beim Dreispitz Programm, denn er besteht aus drei exakt gleich großen Teilen (je 33,3 %) aus drei verschiedenen Ländern und Anbaugebieten:
- Brasilien (Arabica): Die Varietät Mondo Novo wird von den Produzenten bei Apas als „Natural“ (trocken) aufbereitet. Dieser Teil sorgt für das solide, nussige Fundament des Kaffees.
- Nicaragua (Arabica): Die Varietäten Caturra und Catuaí stammen von Santa Rita & Friends (benachbarte Farmen Las Nubes und El Recuerdo). Dieser Kaffee wird „gewaschen“ aufbereitet und fügt dem Blend die nötige Komplexität hinzu.
- Indien (Robusta/Canephora): Die Varietät Old Peridenia stammt von der Farm Craigmore Tinyspot des Produzenten Bharath Belliappa in Karnataka. Auch dieser hochwertige Robusta wird gewaschen aufbereitet und ist für den klassischen Espresso-Effekt verantwortlich.
Qualitätsanspruch der Kaffeemacher
Wie bei allen Kaffees der Kaffeemacher steht hier Transparenz im Vordergrund. Der Dreispitz ist kein anonymer Gastro-Blend, sondern eine bewusste Komposition aus hochwertigen Spezialitätenkaffees. Besonders hervorzuheben ist der gewaschene indische Spezialitäten-Robusta von Bharath Belliappa, der in aufwendiger Präzisionsarbeit unter einheimischen Schattenbäumen angebaut, handgeerntet und penibel sortiert wird.
Warum hat der Dreispitz diesen speziellen Säuregehalt?
Im Gegensatz zum extrem säurearmen „Compadre“ besitzt der Dreispitz ganz bewusst eine feine, zitrische Säure. Dies liegt an folgenden Faktoren:
- Der Nicaragua-Anteil: Die gewaschenen Arabica-Bohnen aus Mittelamerika bringen von Natur aus feine, süß-säuerliche Noten mit sich. Diese sind gewollt, um dem Kaffee Spritzigkeit und Lebendigkeit zu verleihen.
- Das Röstprofil: Der Dreispitz wird zwar auf die gleiche hohe Endtemperatur geröstet wie dunklere Röstungen der Kaffeemacher, aber das Profil ist speziell angepasst. Da der harte Canephora (Robusta) viel Energie benötigt, wird mit 70 % Hitze bis vor den ersten Crack geröstet. Dadurch bleibt die Röstfarbe etwas heller und die erfrischenden, zitrischen Fruchtsäuren werden nicht komplett weggeröstet, sondern bleiben als spannender Akzent erhalten.
- (Tipp am Rande: Dieser Kaffee profitiert von einer Ruhezeit. Ab etwa Woche 4 nach der Röstung ist die Säure optimal eingebunden und balanciert.)
Eigenschaften und Geschmacksprofil
In der Tasse präsentiert sich der Dreispitz enorm ausgewogen, unkompliziert und zugänglich – mit einem erfrischenden Twist im Abgang.
Das geschmackliche Profil zeichnet sich aus durch:
- Milchschokolade und Kastanie/Haselnuss
- Eine samtige, cremige Textur (gestützt durch den 33 % Robusta-Anteil)
- Eine leichte, zitrische Spritzigkeit im Nachgeschmack
- Einen schweren, kräftigen und langen Nachgeschmack
Der Dreispitz ist ein echter Allrounder. Er funktioniert sowohl aus der Siebträgermaschine als auch aus dem Vollautomaten hervorragend und schneidet auch in Milchgetränken (wie Cappuccino) dank seines kräftigen Schokoladen-Robusta-Rückgrats extrem gut ab.
